Bewegte Geschichte



Das Haus 24 im Markt Werfen beherbergt das Gemeind
Blick von der Burg Hohenwerfen auf den Markt Werfe
Arkadengang im historischen Brennhof.
Blick auf den Markt von Werfen.
Werfen im Winter
Brennhof

Werfen
ist mit einer Fläche von 153 km² Quadratkilometern flächenmäßig die zweitgrößte Gemeinde im Pongau, hat aktuell 3000 Bewohner, zwei Kindergärten und drei Schulen und beheimatet mit der Festung Hohenwerfen und der Eisriesenwelt zwei der gesamt elf Top-Sehenswürdigkeiten von Salzburg.

Der Name…
Werfen leitet sich vom Mittelhochdeutschen „werve“ (Wirbel, Strudel) ab und bezeichnet die Stelle, wo die Salzach am Fuß der Burg „herumgewirbelt“ wird.  Da es in früheren Zeiten keine Landkarte gab geht man davon aus, das der Name Werfen von den Geländegegebenheiten abzuleiten ist.

Namentlich erwähnt wurde Werfen:

1077 Burg Castrum Weruen

1143 Werue

1209 Werwin

1296 Werfen, Berffen, Weriffen

1553 Werben

1575 Werffen

Das Wappen…
der Marktgemeinde Werfen zeigt im geteilten Schilde oben in Gold die wachsende vorwärtsgekehrte Gestalt eines Pilgers mit rotem Kleide, schwarzem Mantel und ebensolchem barettartigem Hut, in der Rechten einen Pilgerstab haltend, die Linke in die Seite gestützt, unten in Blau einen aufrechten linksgewendeten schwarzen Hund.

Die offizielle Wappenurkunde des Landes Salzburg bescheinigt, dass Werfen bereits im Jahre 1242 als Markt bezeichnet wurde, seit 1425 Marktprivilegien aufweisen kann und auf den Landtafeln des Erzstiftes mit einem Wappen aufscheint. Der Pilger ist noch im 19. Jahrhundert explizit als ein Heiliger Rochus genannt, der Hund ist dessen Heiligenattribut (als solches meist ein Brot bringend).

Blick in die Vergangenheit
Die Marktgemeinde Werfen liegt eingebettet zwischen Hochkönig, Tennengebirge und Hagengebirge im Pongau, etwa 40 km südlich von Salzburg. Erste Besiedlungen sind seit der späteren Jungsteinzeit nachweisbar (4000-1800 v. Chr.). Zu allen Zeiten wurde die strategisch günstige Lage erkannt und genutzt.

Um während des Investiturstreites im 11. Jahrhundert (1076 – 1122) seine Ländereien gegen Angriffe abzusichern, ließ Erzbischof Gebhard die „Veste“ Werfen bauen. Um die Burg entstand der Markt Werfen, wohl ab 1190 als Ort begründet und schon 1242 als „marckt“ genannt. Er zählt damit zu den ältesten Märkte Salzburgs, indem die Eisengewinnung und Verarbeitung seit jeher wichtige wirtschaftliche Grundlagen waren. Der Ort entwickelte sich zu einem wichtigen Handels- Gerichts- und Verwaltungszentrum.

Traurige Bekanntheit erlangte Werfen durch Hexenverfolgungen (1675-1690) und Protestantenvertreibung (1731/32). Über 4.000 Anhänger der Lutherischen Lehre mussten im 18. Jahrhundert ihre Heimat verlassen. Während der napoleonischen Kriege, zu Beginn des 19. Jahrhunderts, verteidigte der Schützenhauptmann und Wirt vom nahe gelegenen Stegenwald Josef Struber mit seinen Schützen die Heimat heldenhaft. 25. September 1809: Joseph Struber, Kapuzinerpater Joachim Haspinger, Peter Sieberer und Georg Laner aus dem Passeyertal kämpfen um den Pass Lueg. Auf dieses Ereignis gehen die historischen Struberschützen zurück.

Hexenverfolgung

In den Jahren zwischen 1675 und 1690 ließ der Erzbischof Max Gandolf von Kuenburg in der Erzdiözese Salzburg über 150 Personen wegen angeblicher Zauberei und Hexerei hinrichten. Ein Großteil von ihnen waren Kinder und Jugendliche. Mit dieser Vorgangsweise wollte er auf seine Art auch das "Bettelunwesen" (d. h. das Betteln der Ärmsten der Armen) bekämpfen. Im Mittelpunkt stand der Prozess gegen Barbara Koller, Abdeckerin im Raum Werfen und damit Angehörige einer sozial geächteten Gruppe, Schinderbärbel genannt, und ihren Sohn Jakob Koller, der Schinderjackl genannt wurde.

Protestantenvertreibung
1731/32 kam es zu einer großen Protestantenvertreibung. Die Salzburger Exulanten waren etwa 20.000 protestantische Glaubensflüchtlinge aus dem Fürsterzbistum Salzburg, die aufgrund eines Ausweisungserlasses von 1731 ihre Heimat verlassen mussten. Der Großteil der Exulanten wurde von Preußen aufgenommen. Aus dem Raum Werfen mussten mehr als 4000 Anhänger der Lutherschen Lehre verlassen.

Kämpfe am Pass Lueg
Während der napoleonischen Kriege, verteidigte der Schützenhauptmann und Wirt vom nahe gelegenen Stegenwald Josef Struber die Verteidigung des Passes, denn das österreichische Militär hatte ihn nicht mehr halten können. (25. September 1809 Joseph Struber, Kapuzinerpater Joachim Haspinger, Peter Sieberer und Georg Laner aus dem Passeyertal kämpfen um den Pass Lueg).  Erst nach dem Friedensschluss am 20. Oktober 1809 übergab er den Pass. Salzburg wurde 1810 Teil Bayerns. Auf dieses Ereignis gehen die historischen Struberschützen zurück. Der „Joseph Struber Verein“ errichtete zu Ehren von Josef Struber 1898 auf der Passhöhe ein Denkmal nach einem Entwurf des Bildhauers Hubert Spannring.

Werfener Münzschatz
1969 wurde auf dem Areal des Lichtenberghauses (Markt 20) der Münzenschatz von Werfen gefunden, etwa tausend um 1535 vergrabene Gold- und Silbermünzen der frühen Neuzeit. Es handelt sich dabei um den größten je in Salzburg gefundenen Münzschatz. Ausgestellt ist er im Salzburg Museum.